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NOGA, NACE und ISIC: Wie die Branchensystematiken zusammenhängen
NOGA ist die Schweizer Branchenklassifikation (Nomenclature Générale des Activités économiques), die vom Bundesamt für Statistik (BFS) geführt wird.
Was sind NOGA, NACE und ISIC?
NOGA ist die Schweizer Branchenklassifikation (Nomenclature Générale des Activités économiques), die vom Bundesamt für Statistik (BFS) geführt wird. Sie ordnet Unternehmen und Arbeitsstätten nach ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit.
NACE ist die europäische Systematik der Wirtschaftszweige, die von Eurostat betreut wird. ISIC wiederum ist die globale Klassifikation der Vereinten Nationen für alle Wirtschaftszweige.
Alle drei Systeme dienen der einheitlichen statistischen Erfassung und ermöglichen den internationalen Vergleich der Wirtschaftstätigkeit.
Der hierarchische Aufbau der Systematiken
NOGA, NACE und ISIC teilen denselben hierarchischen Aufbau. Die oberste Ebene bilden 21 Abschnitte, gekennzeichnet mit Grossbuchstaben von A bis U.
Darunter folgen zweistellige Abteilungen (z. B. 28 für Maschinenbau), dreistellige Gruppen und vierstellige Klassen. Die NOGA erweitert die europäische NACE um eine fünfte und sechste Ziffer für nationale Feingliederungen.
Die aktuelle NOGA 2008 umfasst 21 Abschnitte, 88 Abteilungen, 272 Gruppen und 615 Klassen. Die zusätzlichen Ziffern berücksichtigen spezifische Schweizer Bedürfnisse.
Wie die drei Systematiken zusammenhängen
ISIC bildet die Grundlage für die europäische NACE. Die NACE ist detaillierter, bleibt aber mit der ISIC kompatibel, wie das BFS in seinen Dokumenten festhält.
Die NOGA lehnt sich eng an die NACE an. Das BFS übernimmt die europäische Systematik aus Gründen der Vergleichbarkeit im Wesentlichen und passt sie an die Schweizer Wirtschaftsstruktur an.
Dadurch sind Schweizer Wirtschaftsdaten auf europäischer und globaler Ebene direkt vergleichbar. Die Hierarchie reicht von der UN-Klassifikation über die EU-Systematik bis zur nationalen NOGA.
Vergleich der drei Systematiken: ISIC, NACE und NOGA
- Global
- ISIC (Vereinte Nationen)
- Europäisch
- NACE (Eurostat)
- National (Schweiz)
- NOGA (BFS)
Aktuelle Revisionen: NOGA 2025 und die überarbeitete NACE
2025 tritt die neue NOGA 2025 in Kraft, zeitgleich mit der überarbeiteten NACE. Grund für die Revision sind die Digitalisierung, künstliche Intelligenz und der Bedeutungszuwachs des Dienstleistungssektors.
Eine konkrete Änderung betrifft den Onlinehandel: Bisher wurden Webshops nach der Vertriebsart (ohne stationären Handel) klassiert, neu steht das angebotene Produkt im Mittelpunkt.
Das BFS führt die NOGA 2025 schrittweise ein. Creditreform zeigt bereits beide Codes an, bis die offizielle Umstellung abgeschlossen ist.
Wichtige Revisionen der Branchensystematiken
- 2025Einführung der NOGA 2025 und überarbeitete NACE
- 2024Bereits — Creditreform zeigt bereits beide Codes an
Vorteile und Herausforderungen der NOGA 2025
- Vorteil
- Anpassung an Digitalisierung und KI
- Vorteil
- Fokus auf angebotenes Produkt im Onlinehandel statt Vertriebsart
- Herausforderung
- Schrittweise Einführung erfordert Übergangsphase
Anwendung und Bedeutung in der Praxis
Das BFS verwendet die NOGA für die eidgenössische Betriebszählung und alle Wirtschaftsstatistiken. Jeder Betrieb wird nach seiner Haupttätigkeit einer NOGA-Position zugeordnet, gemessen am grössten Personaleinsatz.
Auch private Unternehmen nutzen die Systematik: Creditreform bewertet anhand der Branche die Bonität. So ermöglicht die NOGA eine Umsatzschätzung, wenn die Beschäftigtenzahl bekannt ist.
Die Berner Handelskammer stellt NOGA-Codes für ihre Mitglieder bereit. Die Codes sind für administrative Zwecke, Wirtschaftsverbände und die statistische Erhebung unverzichtbar.
Fazit: Einheitliche Basis für vergleichbare Wirtschaftsdaten
NOGA, NACE und ISIC bilden eine durchgängige Hierarchie von der globalen über die europäische bis zur nationalen Ebene. Die Schweiz gewährleistet mit der NOGA die internationale Vergleichbarkeit ihrer Wirtschaftsdaten.
Dank der Anpassung an die NACE und der Kompatibilität mit der ISIC können Schweizer Branchenkennzahlen ohne Bruch mit EU- und UN-Statistiken verglichen werden.
Revisionen wie die NOGA 2025 stellen sicher, dass die Systematik mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt hält.



